2 Monate direct market

Vor genau zwei Monaten, am 21. Jänner, startete die neue Marktsegmentierung der Wiener Börse. direct Market plus und direct market sollen heimischen Unternehmen einen einfachen und kostengünstigen Börsenzugang ermöglichen, hieß es damals, und gleich zu Beginn konnte sich die Börse über vier neue Marktteilnehmer freuen. Für eine erste Zwischenbilanz sprachen wir in der Vorwoche mit Börsechef Christoph Boschan. Wichtig sei vor allem, dass eine Börse gute Infrastruktur zur Verfügung stelle und dass alle Marktsegmente vorhanden sind, die benötigt werden, sagt Boschan. Der direct market als Zugangssegment sei der Beweis, dass kleine und kleinste Unternehmen an der Wiener Börse gut aufgehoben sind. Und er betont auch, dass es für solche Unternehmen einen funktionierenden Sekundärmarkt gibt - Beispiel dafür ist die startup300, für die es an ihrem ersten Handelstag 80 Preisfestsetzungen gab. Bei den anderen Teilnehmern des direct market plus ist der Handel derzeit allerdings noch äußerst dünn. Boschan meint dazu, dass die Unternehmen selbst entscheiden müssten, was sie wollen. Genügt ihnen ein Listing oder wollen sie eine aktive Investmentstory bieten? Beides sei möglich, die Plattform biete alle Möglichkeiten. Für die Börse selbst sei das neue Segment nicht gerade ein Ertragstreiber; es mache viel Arbeit und müsse subventioniert werden. Aber: „Es ist unser Beitrag für Österreichs KMUMarkt.“ Was man sich als Aktionär jetzt wünscht: Dass das Angebot größer wird und die AGs aktiv etwas zur Belebung des Handels beitragen. (21.03.)

Marius PERGER, HERAUSGEBER