Es wird schwieriger

Andritz, AT&S, Lenzing, Polytec und voestalpine: Gemeinsam ist diesen heimischen Prime-market- Unternehmen, die in der Vorwoche Zahlen berichtet haben, dass sie im Verlauf des bisherigen Geschäftsjahres teils deutliche Gewinnrückgänge hinnehmen mussten. Die Gründe dafür waren zwar durchaus unterschiedlich: Gesunkene Weltmarktpreise für Fasern, die bekannten Probleme der Automobilindustrie oder geringere Smartphone-Absätze. Und doch deutet all das darauf hin, dass wir uns global einer Konjunkturdelle nähern. Es gibt aber auch gute Nachrichten. Zuerst: Die Unternehmen schreiben ja aber immer noch Gewinne, diese sind nur niedriger ausgefallen als in der Hochkonjunkturphase des Vorjahres. Zweitens: Die Erwartungen für das Gesamtjahr sind gar nicht so übel und beim Ausblick gab auch keine wirklich bösen Überraschungen. Und schließlich: Es gab in der Vorwoche ebenso Gewinner. S&T, Verbund und Wienerberger berichteten hervorragende Ergebnisse, für den Ziegelkonzern soll 2019 gar das beste Jahr in der 200-jährigen Geschichte werden. Daraus lässt sich schließen, dass übereilte Reaktionen völlig unangebracht sind. Auf die gedämpften Konjunkturaussichten sollte man als Anleger entsprechend der persönlichen Strategie reagieren: Sei es, dass man mehr auf defensive Werte setzt, sei es, dass man bewusstes Stock-Picking betreibt, sei es, dass man sich entschließt, durchzutauchen und auf die nächste Erholung zu warten. Und wir werden wieder unser Bestes geben, damit Sie auch in dieser Zeit die für Ihre Entscheidungen nötigen Informationen im Börsen-Kurier finden.(14.11.)

Marius PERGER, HERAUSGEBER