Ökosoziale Marktwirtschaft

(22.05.2026) Der Interessenverband der Anleger (IVA) appelliert an Aktivisten im Vorfeld, die Hauptversammlung der OMV nicht zu stören, und betont dabei sein Verständnis für deren Anliegen. Das ist, wie es nun einmal die Art des IVA ist, sehr höflich formuliert. Man könnte nämlich auch schärfer formulieren: Störaktionen oder gar Handgreiflichkeiten sind mit Null-Toleranz und, wenn notwendig, mit Einsatz der Exekutive (oder wenigstens eines Saalschutzes) zu quittieren.

Diskutieren kann man andernorts. Und hier sollte die Aktivistenszene von ihren Träumen aufwachen: Unser Wohlstand beruht auf Marktwirtschaft – und das hierzulande in ökosozialer Version. Deren Vordenker Vizekanzler a.D. Josef Riegler, der Ehrenpräsident des Ökosozialen Forums, hätte man ruhig für den Wirtschaftsnobelpreis nominieren können (noch ginge es, denn er ist erst 88 Jahre alt).

Dazu eine Anregung: Österreich ist seit 1945 durch die Sozialpartnerschaft geprägt, lange zum Vorteil des sozialen Friedens. Leider hat sich diese im Laufe der Jahrzehnte abgenutzt und gehört im Sinne eines Rosenstrauches zurechtgestutzt (Rosen blühen danach umso besser). Die WKO agiert in vielerlei Hinsicht nicht mehr zeitgemäß, und AK wie Gewerkschaften fällt außer dem Schüren von Neidkomplexen nicht mehr viel Neues ein. Vor allem aber gehört die Sozialpartnerschaft um eine dritte Komponente erweitert, die die Interessen der Ökologie, also Umweltschutz und Klima, vertritt. In einer runderneuerten „Sozialpartnerschaft Neu“ wären ökologische Anliegen sicher besser aufgehoben als durch Störaktionen aller Art.

Herzlichst, Ihr Tibor Pásztory