Es geht etwas ab

Technisch funktioniert (fast) alles perfekt. Internet und leistungsstarke Software ermöglichen seit Wochen Konferenzen, Teamarbei t und eben auch Hauptversammlungen ohne persönliche Anwesenheit, ohne reale Begegnung. Natürlich: In Zeiten einer globalen Pandemie ist es ein Segen, dass wir über solche technischen Hilfsmittel verfügen. Die Welt und insbesondere die Wirtschaft wären noch ein schönes Stück ärmer dran, gäbe es diese Möglichkeit virtueller Zusammenkünfte jetzt nicht. Dazu kommt, dass es, sowohl aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen als auch aus Umweltgründen durchaus vernünftig ist, nicht für jede Besprechung um die halbe Welt zu reisen. Nicht einmal quer durch Österreich. Beispielsweise eine Konferenz in Alpbach mitzuverfolgen, ohne in Wien aus dem Haus gehen zu müssen, eine Hauptversammlung in Wien oder Bregenz zu besuchen und dabei Kärnten oder die Steiermark zu verlassen - das ist bequem, billiger und vielleicht sogar die einzige Möglichkeit, teilzunehmen, wenn der Terminplan voll ist. Trotzdem: Ich habe in den vergangenen Wochen nicht eine solche virtuelle Veranstaltung erlebt, in der nicht am Schluss die Hoffnung ausgedrückt wurde, einander das nächste Mal wieder persönlich zu treffen. Hannes Bardach, Gründer und Aufsichtsratschef der Frequentis und wohl die Autorität in Sachen elektronischer Kommunikation, hat es am Ende der HV so ausgedrückt: „Ich vermisse den Kontakt mit den Aktionären nach der HV.“ So nützlich moderne Technik auch ist: Covid-19 hat uns den Wert der persönlichen Begegnung wieder bewusst gemacht. (21.05.)

Marius PERGER, HERAUSGEBER