Der Sommer ist zu Ende
(04.09.2026) Was für ein Sommer war das heuer! Elend heiß und – viel wichtiger noch – zumeist auch staub-trocken. Hier könnte man meinen, das sei alleine ein Problem von Landwirten und Gartenbesitzern.
Weit gefehlt – in der Halbjahresbilanz der Verbund AG haben sich die ökonomischen Folgen bereits manifestiert, ebenso bei den Betreibern von europäischen Atomkraftwerken, die ihren Betrieb wegen Kühlwassermangels vorübergehend herunterfahren mussten. Oder nehmen wir die Schifffahrt an Donau und Rhein, die aufgrund des niedrigen Wasserpegels nicht oder zumindest nicht mehr reibungsfrei stattfinden konnte, worauf viele Industrieunternehmen keine Just-In-Time-Lieferungen mehr erhalten haben. Dies alles führte zu Flaschenhalseffekten, die Erinnerungen an die frühe Post-Covid-Phase oder an die Verstopfung des Suez-Kanals durch ein quer-liegendes Schiff hervorriefen.
Apropos Suez: Die Situation in der Golfregion, ausgelöst durch Donald Trumps ebenso unsinnigen wie planlosen Irankrieg, der eigentlich der iranischen Führung schaden sollte, aber das Gegenteil bewirkt hat, und nun weltweite Handelsströme behindert, war neben den Folgen des Klimawandels das zweite „Highlight“ dieser Sommersaison.
Interessanterweise scheint das alles die weltweiten Börsenkurse – zumindest noch – nicht weiter zu stören, ebenso wenig wie der nicht enden wollende Ukraine-Krieg und die täglich bedenklicher klingenden Drohungen Moskaus gegen Europa und die Nato. Aber irgendwie haben wir das alles schon im Sommer 1914 erlebt, als alle fröhlich in die Sommerfrische fuhren und in eine globale Katastrophe zurückkehrten.
Herzlichst, Ihr Tibor Pásztory

