Erstes Resümee

Mit dem Ende der Berichtssaison zum dritten Quartal kehrt nun vorweihnachtliche Ruhe ein - nur wenige kursrelevante Nachrichten sind im Dezember geplant, wie auch unserer Datenbank (Seite 22) zu entnehmen ist. Damit ist Zeit für ein erstes Resümee dieses Börsenjahres. Positiv: An der Wiener Börse tut sich wieder etwas. Drei Neuzugänge im prime market - Marinomed, Frequentis und Addiko Bank, in der Reihenfolge ihrer IPOs - sprechen eine deutliche Sprache. Man muss bis 2007 zurückgehen, um eine gleiche Zahl von Neunotierungen im obersten Marktsegment zu finden. Begonnen hat es aber mit der neuen Marktsegmentierung (direct market plus und direct market) im Jänner, die mit dem Listing einiger durchaus interessanter, wenn auch nicht sehr liquider Titel einhergegangen ist. Möglich wurde dies, weil durch eine Gesetzesänderung ein Listing im Dritten Markt wieder mit Inhaberaktien erlaubt wurde. Womit wir bei der Politik wären. Die positive Attitüde der früheren Regierung zum Kapitalmarkt hat Hoffnungen auf eine Aufwertung des heimischen Finanzplatzes aufkeimen lassen. Dazu gekommen ist es aus bekannten Gründen nicht mehr. Jetzt bleibt abzuwarten, welchen Stellenwert die nächste Regierung dem Thema beimisst. Politik hat aber auch für den schärfsten Gegenwind in diesem Jahr gesorgt. Die Handelskonflikte der USA mit China und der EU haben das Wachstum gebremst und manche Länder an den Rand einer Rezession gebracht. Die Börsen hat das bisher erstaunlich kalt gelassen, die Wiener Börse hat seit Jahresbeginn sogar 13 % zugelegt. Alles in allem ein Jahr, mit dem man nicht ganz unzufrieden sein sollte. (05.12.)

Marius PERGER, HERAUSGEBER