Führungsqualitäten
(13.02.2026) Wurde Ende letzten Jahres noch in Frage gestellt, ob die Aktienmärkte nicht überhitzt seien, geht die Party heuer munter weiter – bislang jedenfalls, auch wenn nicht alle Werte die Analystenerwartungen erfüllen. In Anbetracht immer verworrener werdender geopolitischer Verwerfungen ist das keine Selbstverständlichkeit. Aber es zeigt, dass unternehmerischer Mut für die Wirtschaft die einzige Möglichkeit darstellt, sich zu behaupten.
Denn auf die Politik kann man sich leider nicht mehr allzu sehr verlassen, zu stark ist sie in ihren eigenen Strukturen verfangen. Die einen denken nur an ihre Wiederwahl, die nächsten sind bloß Parteisoldaten, und in Diktaturen geschieht sowieso nur, was der oder die Herrscher wollen – ohne Korrektiv von innen oder außen. Insofern liegt man vielleicht auch nicht ganz falsch mit der Meinung, dass der größte Feind von Herrn Xi Jinping Herr Xi Jinping selbst ist, der offensichtlich mit einer von Ja-Sagern geführten Armee eine Eroberung Taiwans vorbereiten will. Das geht auch die Börsen an, steht Taiwan doch für 92 % der weltweiten Halbleiterchipproduktion, ohne die heutzutage nicht einmal mehr eine Supermarktkassa funktioniert.
Politik und Wirtschaft brauchen starke Persönlichkeiten, nicht im Sinne von diktatorischem Gehabe, sondern von Führungskraft, Phantasie, dem richtigen Umgang mit Kritik und der Fähigkeit, sich notfalls kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Mit Oberbank-CEO Franz Gasselsberger hat nun eine solche Persönlichkeit den Rückzug ins Pensionsleben per Jahresende angekündigt. Wir wünschen jetzt schon alles Gute!
Herzlichst, Ihr Tibor Pásztory

