Milliardäre gehören verboten!

Florian Beckermann – Mit dieser für wirtschaftlich denkende Menschen befremdende Aussage machte kürzlich ein Regionalpolitiker der prosperierenden Stadt Salzburg keinen Hehl aus seiner Einstellung. Dieser Aussage zugrunde liegt die Absicht eines Bürgers der Stadt, eine durch einen Tunnel führende Zufahrt zu seinem Wohnsitz zu schaffen.

Wie immer man die Wirtschaftlichkeit bzw. Sinnhaftigkeit eines solchen Anliegens beurteilt, so lange die Maßnahme privat finanziert wird und keinerlei Nachteile für die Allgemeinheit entstehen, gibt es keinen Grund zur Aufregung.

Es sei denn, man ist Teil der Neidgesellschaft. Dieser Gruppe, oft mit geringer Wirtschaftsbildung und häufig weniger erfolgreichen Menschen fällt es schwer zu ertragen, dass ein Teil der Mitmenschen ein größeres Vermögen besitzt als der andere Teil.

In Normalfall fällt einem das Vermögen ja nicht zu, außer man hat das seltene Glück, es zu erben. Im Normalfall ist es das Resultat intensiver Arbeit und der Bereitschaft, unternehmerisches Risiko zu tragen. Auch über mehrere Generationen hinweg und vor allem in Familienbetrieben. Gerade in Europa haben erfolgreiche Familienbetriebe nicht selten über hundert Jahre maßgeblichen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg unseres Kontinents. Erfolgreiche Familienbetriebe geben hunderttausenden Menschen Arbeit und tragen so zur Entstehung des kollektiven Wohlstands bei. Sie finden gar manch-mal den lukrativen Weg an den Kapitalmarkt!

Doch diese bisher positive Entwicklung ist wieder akut gefährdet. Vor allem durch die absurde Wirtschaftspolitik von Parteien und Gesellschaftsgruppen, denen es an Wirtschaftskompetenz und an Leistungsbereitschaft fehlt. Obwohl diese Gruppen in den vergangenen Jahrzehnten wohl kaum zur Wohlstandsschaffung beigetragen haben, fühlen sie sich jetzt berufen, die Umverteilung von Vermögen zu fordern. Sie wollen auch einen Teil des Kuchens haben, den andere Menschen durch Leistung, Verzicht auf Freizeit und die Bereitschaft oft hohe Risiken zu tragen erwirtschaftet haben.

Neid, Unkenntnis oder Ignoranz der wirtschaftlichen Realität und letztlich mangelnde Bereitschaft eigene Arbeitsleistung einzubringen dürfen nicht belohnt werden!

Milliardäre gehören nicht verboten. Sie sind wichtige Stützen einer über Jahrzehnte gewachsenen Unternehmerstruktur. Sie setzen unternehmerischen Erfindungsgeist um. Sie investieren ihre Arbeitsleistung, ihr Kapital und sie tragen immense unternehmerische Risiken. Und sie schaffen hunderttausende Arbeitsplätze.

Diese stehen sicher auch jenen Mitgliedern der Neidgesellschaft offen, die eventuell bereit sein, sich aus der sozialen Hängematte zu schwingen und vielleicht doch einen produktiven Beitrag zur Gesellschaft zu leiten.

Autor Dr. Franz Jahn, MBA ist Unternehmensberater und Beirat im IVA, Interessenverband der Anleger