Drückt China auf die Stimmung in den USA?

Laut Sascha Sadowski vom Online-Broker LYNX gibt es Grund zur Sorge, auch wenn es aktuell in China wieder etwas bergauf zu gehen scheint.

Während die Chinesischen Märkte in diesem Jahr etwa 26 % verloren haben und auch der Oktober mit einem Minus von voraussichtlich rund 12 % nach weiteren Verlusten aussieht, geht es den US-Märkten, abgesehen von kleineren Einbrüchen, längerfristig betrachtet weiter gut. Der S&P Index liegt 2018 bei einem Plus von ca. 4,5 %, was sollte amerikanische Anleger also die Börse in Shanghai angehen? Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online Broker LYNX, warnt jedoch davor, sich zu sehr in Sicherheit zu wiegen, denn es gibt durchaus Grund zur Sorge auch wenn, es aktuell in China wieder etwas bergauf zu gehen scheint. „Die chinesische Regierung unternimmt im Moment große Anstrengungen, um den Absturz ihrer Börsen zu bremsen, allerdings muss sich noch zeigen, ob die Bemühungen auf Dauer Wirkung zeigen“, so Sadowski. Der Wochenanfang stimmt jedenfalls erst einmal positiv.

Eine Analyse der Zahlen der letzten zehn Jahre von CNBC zeigt allerdings, dass schlechte Zeiten an den Chinesischen Märkten oft auch schlechte Zeiten in den USA bedeuten. In rund 70 % der Fälle, in denen die Kurse in Shanghai in 30 Tagen um mehr als zehn Prozent gefallen sind, mussten auch die US-Aktien Wertverluste hinnehmen. „Die Analyse weist für den S&P beispielsweise im Schnitt einen Einbruch von 4,8 % aus und für den Nasdaq sogar 5,3 Prozent. Besonders große Bluechips sind meistens betroffen. Allein Goldman Sachs verlor in diesen Perioden durchschnittlich 10,6 % und nur in 18 % der Fälle konnte der Kurs der Aktie trotz der Einbußen in China zulegen“, erklärt Sadowski. Weitere betroffene Aktien sind Dupont (-9,37 %), Caterpillar (-7,92 %), American Express (-6,87 %) und Intel (-5,95 %).

Doch nicht nur amerikanische Bluechips sind betroffen, auch Rohstoffproduzenten haben in der Vergangenheit mit Problemen zu kämpfen gehabt, wenn es in China turbulent wurde. „Nur in 16 % der Fälle konnten die Aktien der Rohstoffproduzenten dem Drachen trotzen. Etwas besser sieht es im Energiesektor aus, hier liefen immerhin noch 20 % der Trades positiv ab“, so Sadowski.

Doch auch wer sich von Aktien fernhält und auf andere Investments ausweicht, kann dem schlechten Einfluss der chinesischen Märkte nicht entfliehen, befürchtet der Experte. „Bei den Rohstoffen selbst sieht es nicht besser aus als bei den Aktien ihrer Produzenten. Kupfer beispielsweise verliert im Zuge von Kurseinbrüchen in China in 78 % der Fälle 8,3 %, Öl liegt mit 70 % negativen Trades sogar bei einem Verlust von 8,5 %“, rechnet Sadowski vor. Die Zahlen zeigen aber auch, dass es durchaus noch sichere Häfen für Investoren gibt. „Gold lag in mehr als 50 % der Fälle im positiven Bereich, wenn auch nur mit durchschnittlich 0,6 %. Und auch der Dollar schlägt sich normalerweise nicht schlecht. Auch hier haben Investoren eine 50:50-Chance, dass er im Plus landet.“

„Die Retrospektive zeigt, dass amerikanische Werte nicht etwa losgelöst von den chinesischen Märkten agieren. Folgt man dem allgemeinen Trend in diesem Jahr, könnte es also durchaus auch in den USA zu weiteren Kurseinbrüchen kommen. Das hängt nun zum einen davon ab, wie sich die Stabilisierungsmaßnahmen der Chinesen auf deren Märkte auswirken und ob sie dauerhaft Erfolg haben und zum anderen natürlich vom immer noch schwelenden Handelskrieg der beiden Länder“, resümiert Sadowski.

Foto: moofushi/Fotolia

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