US-Aktien: Einstellige Erträge wahrscheinlich

Ein Überblick der Capital Group, wie sich die US-Wirtschaft und -Aktien voraussichtlich entwickeln dürften. (08.01.)

Einstellige Erträge bei US-Aktien wahrscheinlich

(08.01.) Der Konjunkturzyklus geht in die Endphase. Folglich dürften sich die großen Volkswirtschaften im Jahr 2019 – konträr zu ihrem synchronen Aufschwung Anfang 2018 – auseinanderentwickeln. Die schwächere Konjunktur in Europa und China sorgt für Ungewissheit. Die US-amerikanische Wirtschaft wächst hingegen noch immer recht ordentlich. Die beiden Portfoliomanager Don O’Neal und Greg Johnson von Capital Group geben einen Überblick, wie sich die US-Wirtschaft und -Aktien voraussichtlich zukünftig entwickeln dürften.

Konjunkturzyklus in den USA neigt sich dem Ende
„Vermutlich geht der Konjunkturzyklus bald zu Ende, aber er kann auch in die Verlängerung gehen. Konjunkturzyklen können lange dauern. Alles hängt von den Fundamentaldaten ab“, schätzt O’Neal die derzeitige Lage ein. Der Konjunkturzyklus in den USA ist mit am weitesten vorangeschritten: Die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie seit 49 Jahren nicht mehr, die Löhne steigen immer schneller und der Inflationsdruck nimmt zu. Zusätzlich hat die US-amerikanische Zentralbank Fed bereits damit begonnen die Geldpolitik zu straffen. Und obwohl das alles auf ein Ende des Zyklus hindeutet, ist die US-Konjunktur noch immer stark.

Hohe Bewertungen mindern die Ertragsaussichten
Seit Beginn der Hausse im März 2009 konnte der Standard & Poor’s 500 Composite Index um knapp 400 % dazu gewinnen – und dass trotz der irritierenden Volatilität im vergangenen Jahr 2018. Obwohl neben den Aktienkursen auch die Unternehmensgewinne angestiegen sind, haben die Bewertungen seitdem deutlich zugelegt. Wer aber genau hinschaut, kann am amerikanischen Aktienmarkt durchaus attraktive Titel identifizieren.

Selektion birgt Chancen am US-Aktienmarkt
Es sind allerdings nicht alle Marktsegmente gleich bewertet: Da insbesondere einige wenige innovative Technologie- und Konsumgüterunternehmen für Kursgewinne verantwortlich waren, sind andere Marktsegmente weniger hoch bewertet. Die Wachstumsprognosen manch anderer Unternehmen sind aber bei weitem schwächer. Das und die höhere Volatilität sind Gründe, warum Investoren bei der Auswahl ihrer amerikanischen Aktien sehr sorgfältig vorgehen. „Ich achte auf Unternehmensgewinne, Aktienbewertungen und Zinsen. Für die nächsten Jahre kann ich mir nur einstellige Erträge vorstellen“, so Johnson. „Noch gibt es Chancen, aber man muss selektiv sein.“

Biotechnologie- und Pharmaaktien haben Potenzial
Interessant könnten insbesondere Biotechnologie- und Pharmaaktien werden. Bislang wurde die Kursentwicklung solcher Unternehmen nämlich von negativen Schlagzeilen über die Medikamentenpreise gebremst. Da viele Unternehmen aus dem Bereich aber volle Produktpipelines haben, besitzen sie das Potenzial noch stark zuzulegen. So könnten beispielsweise die Biotechnologieunternehmen AbbVie und Gilead Sciences bald mehrere Krebstherapien zur Marktreife bringen. Für Investoren mache es Sinn, nach Unternehmen zu suchen, die vom Ende des Zyklus profitieren können. „Wer auf Wachstum setzt, sollte über Unternehmen mit langfristigen Perspektiven und großen Märkten nachdenken“, so Johnson. „Für defensive Strategien können sich Unternehmen eignen, die ihre Dividenden voraussichtlich nicht kürzen.“

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