Ein Kommentar von Florian Eberhard, unabhängiger Marktanalyst

Überhitzung am Aktienmarkt: Rechtzeitig absichern

(07.10.) Ab März 2020 legte der DAX eine bemerkenswerte Aufholjagd von 8.441 Punkten bis zum Rekordhoch von zeitweise über 16.000 Punkten im August 20212 hin. Der Aktienboom hat viele neue Investoren angelockt und Anlegern attraktive Renditen bereitet. Wie der volatilere September als Vorbote gezeigt hat, sollten sich Investoren nun nicht mehr allzu sehr in Sicherheit wiegen. Der Börsenzyklus befindet sich bereits im fortgeschrittenen Stadium. Der nächste Rücksetzer kommt bestimmt und ist nur eine Frage der Zeit. Im September haben sich die Anzeichen einer Überhitzung verstärkt, der Druck steigt aus mehreren Richtungen. Daher ist der für das Brokerhaus GKFX tätige Marktanalyst Florian Eberhard der Meinung, dass es hilfreich sein könnte, etwas Risiko herauszunehmen und sich rechtzeitig gegen eine mögliche Korrektur abzusichern. Das ist beispielsweise durch CFDs (Contracts for Difference) möglich.

Der Höhepunkt des globalen Wirtschaftswachstums scheint vorüber. Damit fällt mittelfristig eine wichtige Säule für die Aktienmärkte weg. In den USA verdichten sich bereits die Anzeichen, dass die US-amerikanische Notenbank Fed Ende des Jahres das Anleihekaufprogramm zurückfährt. Damit wird eine weitere stützende Hand für die Börsenkurse fehlen. Mittelfristig wird Europa – wenn auch zu einem etwas späteren Zeitpunkt – nachziehen.

Auf der anderen Seite ist zuletzt auch die Unsicherheit durch regionale Einzelereignisse spürbar gestiegen. In China sorgt der hochverschuldete Immobilienentwickler Evergrande für Sorgenfalten, wenngleich globale Auswirkungen wie bei der Lehman-Pleite derzeit als unwahrscheinlich bewertet werden. In Deutschland haben die Bundestagswahlen die von den Börsen gefürchtete rot-rot-grüne Konstellation zwar verhindert, dennoch das klassische Parteiengefüge ins Wanken gebracht. Dementsprechend unsicher sind die Auswirkungen des Wahlausgangs, etwa auf den Energiesektor. Durch diese unterschiedlichen Faktoren ergibt sich eine deutlich unsicherere Gemengelage. Das sollten Anleger Eberhard zufolge unbedingt in ihre Überlegungen miteinbeziehen.

Rechtzeitig absichernde Schritte einleiten
Wer mit Aktien handelt, möchte Gewinne durch steigende Aktienkurse erzielen. Allerdings ist die Börse bekanntermaßen keine Einbahnstraße und wechselt in immer wiederkehrenden Zyklen zwischen Hausse und Baisse. Die Börse kennt seit Ende 2019 nur eine Richtung – den Norden. Doch es sollte jedem bewusst sein, dass diese Reise auch einmal enden muss. Der nächste Crash ist gewiss, nur der Zeitpunkt nicht. „Hier kommen CFDs ins Spiel. Bekannt für ihren spekulativen Charakter, können CFDs ein probates Mittel zur Absicherung von Aktien-Investments sein“, erklärt Eberhard. Bei CFD-Trades geht es darum, steigende oder fallende Kurse zu handeln, ohne die Aktien selbst zu besitzen. Die Kurse von CFDs leiten sich stets von einem Basiswert wie z.B. Aktien ab. Der Handel von CFDs erfolgt nicht über die Börse, sondern über Broker wie GKFX.

Kombination aus Aktienportfolio und CFDs
„In Zeiten prekärer Nachrichtenlage, in denen die Kurse extrem volatil sein können, ist es ratsam, die eigenen Investments mit Gegenpositionen gegen mögliche Verluste abzuhedgen“, führt Eberhard aus. „Eine Möglichkeit ist es, ein Produkt in der Hinterhand zu haben, das in solchen Situationen ermöglicht, auch an fallenden Kursen zu partizipieren und das bestehende Aktienportfolio gegen Rücksetzer abzusichern.“ Diese Vorgehensweise ist noch nicht mal besonders ungewöhnlich, denn genau dazu wurden CFDs ursprünglich entwickelt. Die Kombination aus Aktienportfolio und CFDs ist ohnehin sehr reizvoll. Gerade wenn das eigene Portfolio beispielsweise zur späteren Altersvorsorge betrieben wird, sollte man dieses generell möglichst nicht zur Spekulation verwenden, abgesehen von den üblichen Korrekturen, die eine Buy-and-hold-Strategie mit sich bringt. „Trotzdem hat ein Privatanleger ja immer die Kurse seiner Aktientitel im Blick. Es ergeben sich regelmäßig Chancen, besonders im kurzfristigen Bereich, die man dann ohne Schwierigkeit mit Aktien-CFDs wahrnehmen kann, ohne das eigene Portfolio anzurühren“, meint Eberhard.

Foto: Florian Eberhard

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