Kurzfristige Marktreaktion auf US-Bankenmeldungen – kein strukturelles Risiko erkennbar
Ein Kommentar von Serge Nussbaumer, Head Public Solutions & Marketing bei Maverix.
(17.10.) Neue Meldungen über Probleme bei einzelnen US-Regionalbanken haben am Freitag für spürbare Kursrückgänge im europäischen Bankensektor gesorgt. Anleger reagierten nervös auf die Nachrichten und befürchteten kurzfristig mögliche Ansteckungseffekte. Die Aktien der Deutschen Bank gaben rund sechs Prozent nach, UBS in der Spitze rund 4% und die Commerzbank-Titel verloren etwa drei Prozent. Auch andere europäische Institute wie Barclays und Bank of Ireland standen unter Druck. Der europäische Bankenindex fiel in der Folge um knapp drei Prozent.
Auslöser waren deutliche Kursrückgänge bei US-Regionalbanken wie Zions Bancorporation, Western Alliance und Jefferies, deren Aktien am Vortag um bis zu sechs Prozent eingebrochen waren. Grund dafür waren Berichte über Kreditausfälle bei Autozulieferern, die jedoch nach aktuellem Kenntnisstand kein systemisches Risiko für den Finanzsektor darstellen.
Aus unserer Sicht handelt es sich hierbei um eine kurzfristige Marktreaktion. Der Markt scheint nach der jüngsten Stärke gezielt auf negative Nachrichten zu warten, um Gewinne mitzunehmen. Entsprechend ist die aktuelle Bewegung eher technischer Natur und kein Hinweis auf eine neue Krise im Bankensektor.
Auch Analysten betonen, dass die gemeldeten Kreditausfälle zwar unschön, aber nicht systemrelevant sind. Die betroffenen Banken verfügen über solide Kapitalpuffer, und die Größenordnung der faulen Kredite ist begrenzt.
Das Thema sorgt kurzfristig für erhöhte Volatilität, ändert aber nichts an der grundsätzlich stabilen Lage des europäischen Bankensektors. Wir sehen derzeit keinen Grund, von einem strukturellen Risiko oder einer größeren Marktverwerfung auszugehen. Die aktuellen Rückschläge könnten im Gegenteil selektiv sogar als Einstiegschance betrachtet werden – sofern sie mit der jeweiligen Portfoliostrategie vereinbar sind.
