Energiekrise & Co: Investieren in unsicheren Zeiten
Wirtschaftliche Unsicherheit gehört zu den Konstanten an den Finanzmärkten.
(13.03.2026) Die aktuellen Kriegsgeschehnisse und die rasant steigenden Energiepreise erfordern von Anlegerinnen Anlegern wieder einmal gute Nerven. Denn die meisten Aktienkurse schmelzen fast ebenso dahin wie Schnee in der Märzsonne, Gold als Krisengewinnler legt nochmals deutlich zu und die unmittelbare Zukunft hängt von der Dauer des Krieges der USA und Israel gegen den Iran ab. Doch die Historie zeigt: Wirtschaftliche Unsicherheit gehört zu den Konstanten an den Finanzmärkten. Während kurzfristige Marktschwankungen häufig für Nervosität sorgen, zeigen historische Daten: Mit der richtigen Strategie kann man auch in schwierigen Zeiten stabile Renditen erzielen, schreiben die Experten des Steiermärkische Sparkasse Private Banking im jüngsten Marktkommentar.
In unsicheren Zeiten geht es beim Investieren weniger darum, den perfekten Gewinn zu finden, sondern darum, Risiken zu streuen und Stabilität aufzubauen. Ob geopolitische Konflikte, steigende Zinsen, Inflationsschübe oder Rezessionsängste – mit einigen Grundregeln übersteht man auch turbulente Phasen an den Märkten.
Diversifikation als Grundprinzip
Eine der wichtigsten Regeln beim Investieren lautet für gestern, heute und morgen: Nicht alles auf eine Karte setzen. Gerade in u Dies ist eine Werbemitteilung. Die Informationen stellen weder eine Anlageberatung bzw. Anlageempfehlung dar. Bitte beachten Sie, dass eine Veranlagung in Wertpapieren neben Chancen auch Risiken birgt. Druckfehler und Irrtümer vorbehalten.
In unsicheren Marktphasen bewährt sich eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen, um Verluste einzelner Sektoren oder Regionen abzufedern.
Aktien sind langfristig der wichtigste Wachstumstreiber eines Portfolios. Statt jedoch auf einzelne Titel zu setzen, greifen viele Investoren auf breit gestreute Investments, also zum Beispiel passiv gemanagte Indexfonds (ETFs), zurück, die ganze Märkte abbilden. Populär sind globale Aktienindizes wie der MSCI World Index oder der FTSE All-World Index. Diese Indizes bündeln Tausende Unternehmen aus verschiedenen Regionen und Branchen und versuchen damit, das Risiko einzelner Fehlentwicklungen zu reduzieren.
Durch das Konstruktionsmodell von ETFs stellen sich aber viele Experten seit einiger Zeit die Frage nach deren Resilienz und ob diese eine sichere Basis eines gut diversifizierten Aktienportfolios bilden. Im Laufe der Jahre ist es nämlich bei ETFs zu einer extrem starken Übergewichtung von US-Aktien gekommen. Insbesondere US-Technologie-Aktien beeinflussen innerhalb dieses Segments aufgrund ihrer starken Performance maßgeblich die Kursentwicklungen. Viele große Investoren – wie z.B. der Norwegische Staatsfonds – ziehen aus dieser Entwicklung bereits die Konsequenzen und wählen andere Gewichtungsmethoden. Seit rund 6 Monaten zeigen einige aktiv gemanagte Investmentfonds, bei denen Fondsmanager Investment-Entscheidungen treffen, eine deutlich bessere Performance als passiv gemanagte Fonds.
Ergänzend dazu können Anleihen, Rohstoffe oder Liquiditätsreserven das Portfolio stabilisieren und Kursschwankungen mildern.
Neben Investments selbst spielt auch die Liquiditätsplanung eine wichtige Rolle. Eine gewisse Liquiditätsreserve verhindert, dass Anleger:innen in Krisenzeiten gezwungen sind, langfristige Anlagen zu ungünstigen Kursen zu verkaufen.
Durchtauchen oder laufend investieren?
„Time in the Market“ statt „Timing the Market“ ist ein oft zitierter Rat der Börsenprofis. Im deutschsprachigen Raum lautet eine ähnliche Regel „Hin und her macht Taschen leer“. Während viele Anleger versuchen, in Krisenzeiten den idealen Aus- oder Einstiegszeitpunkt zu finden, erweist sich das in der Praxis jedoch als schwierig – selbst für professionelle Investoren.
Das heißt, Kursverluste bis zu einem gewissen Maß auszuhalten, ist oft die bessere Alternative. Ein eindrückliches Beispiel lieferte der Kursverfall zu Beginn der Covid-Krise im Jahr 2020, der innerhalb kurzer Zeit wieder aufgeholt wurde. Wer die Nerven behalten hatte, wurde belohnt.
Eine Alternative ist das regelmäßige Investieren über Sparpläne. Durch den sogenannten Cost-Average-Effekt werden Anteile sowohl zu höheren als auch zu niedrigeren Kursen gekauft, wodurch sich der durchschnittliche Einstiegspreis über die Zeit glättet.
Auch eine konsequente Strategie ist Teil eines vernünftigen Vermögensplans. Profis investieren oft strikt nach dem Prinzip des antizyklischen Investierens: Das heißt, um ein stabiles Verhältnis zwischen den Assetklassen eines Portfolios, also zum Bespiel 50% Aktien und 50% Anleihen, beizubehalten, wird bei fallenden Kursen gekauft und bei steigenden verkauft.
Qualitätstitel gewinnen an Bedeutung
In volatilen Marktphasen rücken häufig qualitativ hochwertige Unternehmen in den Fokus der Investoren. Firmen mit stabilen Cashflows, starken Marktpositionen und soliden Bilanzen gelten als widerstandsfähiger gegenüber wirtschaftlichen Abschwüngen. Diese sogenannten „Blue Chips“ haben globale Geschäftsmodelle, starke Marken und vergleichsweise stabile Einnahmequellen.
Gold als Absicherung
In Zeiten wirtschaftlicher oder politischer Instabilität gewinnt häufig ein klassischer Wertspeicher an Bedeutung: Gold. Das Edelmetall wird seit Jahrhunderten als Schutz gegen Inflation, Währungsabwertung und geopolitische Risiken genutzt. Zwar wirft Gold keine laufenden Erträge ab, doch ein kleiner Portfolioanteil – zwischen fünf und zehn Prozent – kann als Absicherung gegen extreme Marktereignisse dienen.
Langfristige Perspektive entscheidend
Die wichtigste Lektion für Investorinnen und Investoren lautet jedoch: Unsicherheit ist ein fester Bestandteil der Märkte. Wer langfristig investiert, breit diversifiziert und emotionale Entscheidungen vermeidet, erhöht seine Chancen auf stabile Renditen erheblich. Krisen sorgen kurzfristig für Turbulenzen – langfristig haben sich die globalen Kapitalmärkte jedoch immer wieder als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen. Für disziplinierte Investoren können gerade unsichere Zeiten daher auch Chancen bieten.
