Starker Start ins Jahr 2026

Dividenden steigen im ersten Quartal um 8,2 % auf 419 Milliarden US-Dollar.

(21.06.2026) Die weltweiten Dividenden sind stark in das Jahr 2026 gestartet und im ersten Quartal auf Gesamtbasis um 8,2 % auf einen Rekordwert von 419 Milliarden US-Dollar gestiegen. Begünstigt wurde dies durch Wechselkurseffekte und hohe einmalige Sonderdividenden. Dies geht aus dem aktuellen Dividendenradar von Capital Group hervor, einem Teil der Capital Group Global Equity Study. Die zugrunde liegende Kernwachstumsrate lag im ersten Quartal im Jahresvergleich bei 5,2 % – ein repräsentativeres Maß für die Dividendenentwicklung, das sich auch im mittleren Dividendenwachstum je Aktie widerspiegelte.

Sektortrends
Eine Wende im Rohstoffzyklus führte dazu, dass Bergbauunternehmen nach Jahren von Kürzungen infolge schwacher Profitabilität im ersten Quartal der wichtigste Wachstumstreiber waren. Sie machten ein Fünftel des globalen Anstiegs im ersten Quartal aus, wobei insbesondere Goldminenunternehmen Stärke zeigten. Allgemeine Finanzwerte (+16,2 %), Halbleiter (+10,2 %), Software (+9,5 %) und Maschinenbau (+8,9 %) verzeichneten ebenfalls ein starkes bereinigtes Wachstum.

Die drei größten ausschüttenden Sektoren im ersten Quartal – Pharmaunternehmen, Banken und Energieunternehmen – steigerten ihre Ausschüttungen langsamer als der Gesamtmarkt. Die Dividenden im Energiesektor stiegen lediglich um 3,1 %, was den Druck auf die Gewinne bereits vor der Ölkrise sowie die Auswirkungen von Aktienrückkäufen widerspiegelt. Die Ausschüttungen der Banken wurden insbesondere durch Kürzungen in China, Brasilien und Schweden belastet. Die Dividenden im Pharmasektor stiegen bereinigt um Sondereffekte um 4,3 %. Kein Unternehmen im Capital Group Index nahm Kürzungen vor, einige der größten Dividendenzahler erhöhten ihre Ausschüttungen jedoch nur geringfügig.

Regionale Trends
Unter den großen Regionen wurde das stärkste Wachstum in Australien, Indien, den USA und Kanada verzeichnet, während das Vereinigte Königreich, Europa und China schwächer abschnitten. Japan, der Großteil Asiens und Europas sowie einige Schwellenländer weisen typischerweise relativ geringe Ausschüttungen im ersten Quartal auf, weshalb lokale Wachstumsraten weniger repräsentativ für das Gesamtjahr sind.

In Deutschland erreichten die Dividenden im ersten Quartal 2026 7,5 Milliarden US-Dollar, nach 6,0 Milliarden US-Dollar im ersten Quartal 2025. Dies entspricht einem Gesamtwachstum von 25,8 % und einem Kernwachstum der Dividenden von 11,4 %. Damit lag Deutschland deutlich über dem Kernwachstum von Europa ex UK von 3,4 % sowie dem globalen Durchschnitt von 5,2 % im ersten Quartal. Das Wachstum wurde teilweise durch wiederaufgenommene Ausschüttungen im Industriesektor unterstützt, während der stärkere Euro im Vergleich zum ersten Quartal 2025 das ausgewiesene Wachstum zusätzlich begünstigte.

Für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 belässt Capital Group seine Dividendenprognose bei 2,20 Billionen US-Dollar, was einem Gesamtwachstum von 5,1 % im Jahresvergleich entspricht. Sonderdividenden und Wechselkurse leisten jedoch einen größeren Beitrag als erwartet, was auf ein Kernwachstum von 4,7 % hindeutet – leicht unterhalb der Gesamtwachstumsrate.

Alexandra Haggard, Head of Asset Class Services für Europa und Asien-Pazifik bei Capital Group, kommentiert: „Diese Entwicklungen zeigen, dass aktive Manager mit umfassenden Research-Kapazitäten zunehmend gut positioniert sind, um Unternehmen zu identifizieren, die über die Fähigkeit und den Willen verfügen, Dividenden langfristig zu zahlen und zu steigern. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die globalen Dividenden mehr als verdoppelt, unterstützt durch steigende Unternehmensgewinne und eine breiter verankerte Dividendenkultur in den verschiedenen Märkten. Der Beginn in das Jahr 2026 war ermutigend – selbst angesichts zunehmender geopolitischer Unsicherheit sowie anhaltendem Kosten- und Energiedruck. Während diese Herausforderungen die Kosten einiger Unternehmen erhöhen, können dividendenzahlende Aktien zur Stabilisierung von Portfolios beitragen, wenn die Märkte volatiler werden. In diesem Umfeld sind fundiertes Research und Selektivität entscheidend, und aktive Manager sind gut positioniert, um jene Unternehmen zu identifizieren, die ihre Dividenden langfristig aufrechterhalten und steigern können.“