SW Umwelttechnik: Familienunternehmen mit internationalem Fokus

SW Umwelttechnik setzt auf Rumänien und hofft auf die EU-Gelder für Ungarn.

(15.05.2026). Die im Standard Market Auction der Wiener Börse gelistete SW Umwelttechnik Aktie der Stoiser & Wolschner AG steht für ein traditionsreiches, bis heute familiär geführtes Unternehmen. Trotz der starken Wurzeln im Klagenfurter Becken blickt der 116 Jahre alte Spezialist für Betonfertigteile längst über Österreich hinaus: Ungarn mit 260 und vor allem Rumänien mit rund 470 Mitarbeitern sind heute die wichtigsten Märkte – Österreich folgt mit 55 Beschäftigten. Diese internationale Ausrichtung wurde den – neben vier Generationen der Familie Wolschner – anwesenden Aktionären bereits zu Beginn der 29. ordentlichen Hauptversammlung in Klagenfurt bewusst.

  • Die SW Umwelttechnik Aktie profitiert dabei von ihrer starken Position im südosteuropäischen Infrastrukturmarkt, der für langfristige Investoren zunehmend relevant wird.
  • Das Unternehmen produziert Betonfertigteile für Tiefbau, Verkehrsinfrastruktur und Umwelttechnik – ein Segment, das in der Region stark von EU‑Investitionen getragen wird.

Interkulturell aufgestellt

Nachdem Aufsichtsratschef Reinhard Iro seine aus Altersgründen letzte HV mit einem kurzen, humorvollen Einstieg eröffnete, ging CEO Klaus Einfalt vor 21 Aktionären auf Firmenphilosophie und Marktumfeld ein.

Einfalt, der das Unternehmen seit zehn Jahren führt und es 1995 durch seinen Schwiegervater Heinz Wolschner an die Börse gebracht wurde, betonte mehrfach die Bedeutung der internationalen Belegschaft und die gelebte Ost‑West‑Verbindung. Diese kulturelle Breite sei ein zentraler Grund für die Resilienz im herausfordernden Vorjahr mit rückläufiger Bautätigkeit. Das Unternehmen verarbeitet jährlich rund 250.000 m³ Beton – ein Volumen vergleichbar mit der Wiener Staatsoper – und richtet seinen Fokus weiterhin stark auf Südosteuropa.

Einfalt, der das von seinem Schwiegervater Heinz Wolschner 1995 an die Börse gebrachte Unternehmen seit zehn Jahren leitet, betonte mehrfach seine Wertschätzung gegenüber der internationalen Belegschaft sowie die gelebte Ost-West-Verbindung im Konzern. Dies sei auch ein Mitgrund für die „Resilienz“ im „herausfordernden Umfeld“ des vergangenen Jahres mit seiner geringeren Bautätigkeit gewesen. Das Unternehmen, das ihm zufolge 250.000 m³ Beton – vergleichbar mit dem Volumen der Wiener Staatsoper – verarbeitet, lege seinen Fokus folglich auch auf die Märkte Südosteuropas.

  • Diese Ost‑West‑Struktur gilt als zentraler Wettbewerbsvorteil, da sie stabile Nachfrage auch in volatilen Baujahren ermöglicht.

EU‑Mittel als langfristiges Potenzial

In Rumänien und Ungarn sorgen EU‑Fördergelder für stabile Nachfrage. Einfalt verwies auf den im EU‑Vergleich niedrigen Anteil an Kanalanschlüssen sowie die geringe Autobahndichte in Rumänien – beides Bereiche mit großem Investitionsbedarf.

  • Gerade Rumänien gilt als struktureller Wachstumsmarkt, da große Infrastrukturprogramme bis 2030 finanziert sind.

2025: Ein schwieriger Start

CFO János Váczi zeigte sich offen: Man sei optimistisch ins Jahr gestartet, „doch es kam anders“. In Ungarn stagnierte das Wachstum, in Rumänien ließen Nachfrage und Investitionsbereitschaft nach. Positiv sei jedoch, dass öffentliche Projekte – vor allem in Rumänien – weiterliefen. In Ungarn hingegen fehlten EU‑Mittel, weshalb Projekte teilweise nicht rentabel waren. Hoffnung gebe es durch die neue Regierung, doch unklar bleibe, wie schnell Gelder tatsächlich in der Wirtschaft ankommen.

  • Für Anleger bedeutet das: Die kurzfristige Entwicklung bleibt volatil, die mittel- bis langfristigen Perspektiven hängen stark an EU‑Fördermitteln.

Rumänien überholt Ungarn
Aufgrund dieser Situation hat Rumänien (Umsatzanteil: 48 %) Ungarn (40 %) auch als größten Markt überholt. Der Gesamtumsatz ging aber in Summe von 116,6 auf 112,5 Millionen Euro im Vorjahr zurück. Der Bereich „Tiefbau und Verkehr“ lief dabei wesentlich besser als „Hochbau und Wohnen“. Der Gewinn nach Steuern konnte von 1,1 auf 3,1 Millionen Euro erhöht werden. Ausschlaggebend war ein deutlich verbessertes Finanzergebnis aufgrund geringerer Aufwendungen für Fremdwährungsbewertungen.

  • Trotz des leichten Umsatzrückgangs zeigt der Gewinnsprung eine robuste operative Basis. Die Marge verbessert sich deutlich – ein positives Signal für die SW Umwelttechnik Aktie.

SW Umwelttechnik: Ausblick und Dividende

Heuer erwartet das Unternehmen in den Kernmärkten eine nur schrittweise konjunkturelle Erholung. Man setze vor allem auf die Nutzung von Wachstumschancen in Rumänien. Nach 0,4 Euro im Vorjahr können sich die Aktionäre jedenfalls über eine Anhebung der Dividende auf 1,3 Euro/Aktie freuen.

  • Die deutliche Erhöhung der Dividende unterstreicht die solide Finanzlage und signalisiert Vertrauen des Managements in die weitere Entwicklung.

Austausch mit den Aktionären

In der Fragerunde ging es unter anderem um die Produktion von Spaltböden aus Beton. Einfalt erklärte, dass diese Form ausschließlich in Ungarn für die Schweinezucht zugelassen sei.

Ein weiterer Aktionär erkundigte sich nach der Zusammenarbeit mit Porr. Einfalt bestätigte, dass Porr ein wichtiger Kunde in Rumänien sei, jedoch ohne Exklusivität.

Zum starken HUF meinte CFO Váczi: „Ja, mein Herz geht auf, wenn ich die Wechselkurse sehe; allerdings stellt der rumänische Leu einen kleinen Wermutstropfen dar.“

Eine Anregung, das Grundstück des Firmensitzes in Klagenfurt zu verkaufen und an den Stadtrand zu ziehen, lehnte Einfalt klar ab.

Wahlen, Abschied und Buffet
Die Abstimmungen wurden dann nach gut zwei Stunden ohne jegliche Gegenstimmen durchgeführt. Neu in den Aufsichtsrat, der von 7 auf 8 Mitglieder erweitert wurde, wurden Andrea Domberger (Kelag), Harald Kogler (zuletzt CEO von Hirsch Servo) sowie der studierte Bauingenieur Roland Waldenhofer gewählt.

Nach der Verabschiedung von Reinhard Iro („In seine Zeit fallen die besten Jahre in der Unternehmensgeschichte.“) wurde noch zu einem Buffet geladen, bei dem sich die anwesenden Aktionäre mit Vorstand, Aufsichtsrat und Eigentümerfamilie sehr entspannt austauschen konnten.

Autor: Klaus Schweinegger
Foto: SW Umwelttechnik

 

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