Krypto-Zertifikate: Alles, was Anleger wissen müssen

27.07.2026

Krypto-Zertifikate bieten Anlegern die Möglichkeit, an der Wertentwicklung von Bitcoin, Ethereum und anderen Kryptowährungen teilzuhaben – ganz ohne Wallet, Private Keys oder den direkten Kauf digitaler Coins. Der Handel erfolgt einfach über das Wertpapierdepot wie bei einer Aktie.

Doch Krypto-Zertifikate sind nicht die einzige Möglichkeit, in Kryptowährungen zu investieren. Inzwischen stehen auch physisch besicherte Krypto-ETPs sowie ETNs zur Verfügung. Welche Unterschiede bestehen, welche Risiken Anleger kennen sollten und welche Produkte sich für welchen Anlegertyp eignen, zeigt dieser Überblick.

Was sind Krypto-Zertifikate?

Krypto-Zertifikate sind strukturierte Schuldverschreibungen, die die Entwicklung einer Kryptowährung nahezu eins zu eins nachbilden. Anleger besitzen dabei jedoch nicht den eigentlichen Coin, sondern ein Wertpapier, dessen Kurs von Bitcoin oder einer anderen Kryptowährung abhängt.

Der große Vorteil: Es ist weder ein Wallet noch technisches Know-how erforderlich. Kauf und Verkauf erfolgen bequem über das Depot bei der Hausbank oder dem Onlinebroker.

Typische Varianten sind:

  • Open-End-Partizipationszertifikate
  • Tracker-Zertifikate

Vorteile von Krypto-Zertifikaten

Krypto-Zertifikate bieten mehrere Vorteile:

  • einfacher Handel über das Wertpapierdepot
  • kein Wallet und keine Private Keys erforderlich
  • Handel über regulierte Börsen
  • unkomplizierter Zugang zu Kryptowährungen

Gerade für Einsteiger stellen Krypto-Zertifikate daher häufig den einfachsten Zugang zur Anlageklasse dar.

Welche Risiken haben Krypto-Zertifikate?

Neben den Kursschwankungen der Kryptowährungen sollten Anleger vor allem das Emittentenrisiko beachten.

Da Krypto-Zertifikate Schuldverschreibungen einer Bank sind, besteht das Risiko, dass Anleger im Insolvenzfall des Emittenten Verluste erleiden können. Zudem sind viele Zertifikate nicht physisch mit Kryptowährungen hinterlegt.

Auch Gebühren unterscheiden sich je nach Anbieter deutlich.

Beispiel: Vontobel Bitcoin-Zertifikat

Ein bekanntes Produkt ist das Bitcoin-Zertifikat von Vontobel.

Merkmale:

  • Typ: Open-End-Partizipationszertifikat
  • Abbildung: Bitcoin nahezu 1:1
  • Handel über das Depot
  • kein Wallet erforderlich
  • Emittentenrisiko der Bank Vontobel

Krypto-Zertifikate oder Krypto-ETPs?

Während Krypto-Zertifikate auf einer Schuldverschreibung beruhen, sind viele Krypto-ETPs physisch besichert. Das bedeutet: Die zugrunde liegenden Coins werden tatsächlich bei einem regulierten Verwahrer im Cold Storage hinterlegt.

Dadurch unterscheiden sich beide Anlageformen erheblich.

Merkmal Krypto-Zertifikate Krypto-ETPs
Wallet erforderlich Nein Nein
Physisch hinterlegt Nein Ja
Emittentenrisiko Ja deutlich geringer
Börsenhandel Ja Ja

Zu den bekanntesten Anbietern physisch besicherter Krypto-ETPs zählen unter anderem:

Direkt in Kryptowährungen investieren

Wer Bitcoin oder Ethereum direkt kaufen möchte, kann dies über regulierte Handelsplattformen erledigen.

Swissquote bietet beispielsweise den Handel mit mehr als 50 Kryptowährungen an und übernimmt die Verwahrung über eine FINMA-regulierte Schweizer Bank.

Für österreichische Anleger ist Swissquote zugänglich, allerdings nicht steuereinfach.

ETNs als weitere Alternative

Eine weitere Möglichkeit stellen ETNs (Exchange Traded Notes) dar.

Bekannt ist insbesondere XBT Provider, heute Teil von CoinShares. Die Produkte gehören zu den ältesten börsengehandelten Bitcoin-Anlagen Europas.

Im Unterschied zu physisch besicherten ETPs handelt es sich bei ETNs ebenfalls um Schuldverschreibungen. Anleger tragen daher ein Emittentenrisiko.

Häufige Fragen zu Krypto-Zertifikaten

Sind Krypto-Zertifikate sicher?

Krypto-Zertifikate unterliegen der Regulierung der jeweiligen Börsen und Emittenten. Allerdings besteht zusätzlich zum Kursrisiko ein Emittentenrisiko.

Benötigt man ein Wallet?

Nein. Genau darin liegt einer der größten Vorteile von Krypto-Zertifikaten.

Was ist der Unterschied zwischen Krypto-Zertifikaten und ETPs?

Krypto-ETPs sind häufig physisch mit den jeweiligen Kryptowährungen besichert. Krypto-Zertifikate sind dagegen Schuldverschreibungen eines Emittenten.

Für wen eignen sich Krypto-Zertifikate?

Sie eignen sich vor allem für Anleger, die unkompliziert über ihr Wertpapierdepot in Kryptowährungen investieren möchten, ohne sich mit Wallets oder der technischen Verwahrung digitaler Coins beschäftigen zu müssen.

Fazit

Krypto-Zertifikate bieten einen einfachen Einstieg in die Welt der Kryptowährungen und ermöglichen Investments ohne Wallet oder eigene Verwahrung. Wer allerdings besonderen Wert auf eine physische Hinterlegung legt, sollte auch Krypto-ETPs in Betracht ziehen. Welche Anlageform die bessere ist, hängt letztlich von der persönlichen Anlagestrategie, dem gewünschten Sicherheitsniveau und der Risikobereitschaft ab.

Autorin: Anneliese Proissl

 

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