Kospi Index: Nach dem Kurssturz 3 ETFs und 3 Aktien mit Potenzial
Nach dem massiven Kursrückgang des Kospi Index stellt sich die Frage, ob südkoreanische Aktien bereits wieder günstig bewertet sind. Drei ETFs und drei Einzelaktien mit Potenzial im Check. Warum Analysten vor weiteren Verlusten warnen und wann sich ein Einstieg lohnen könnte.
Erstveröffentlichung: 23.10.2025, aktualisiert: 27.10.2026
Südkoreas Börse meldet sich nach dem massiven Kursrutsch zurück: Der Kospi Index legte am 27. Oktober um 3,1 % auf 5.638,34 Punkte zu. Angetrieben wurde die Erholung von den Halbleiterkonzernen Samsung Electronics und SK Hynix, deren Aktien um 4,2 bzw. 5,2 % stiegen. Rückenwind kam von der Wall Street, wo Technologiewerte nach positiven Nachrichten aus der KI-Branche wieder gefragt waren. Eine kräftige Erholung an einzelnen Handelstagen bedeutet jedoch noch keine nachhaltige Trendwende. Gerade nach starken Kursverlusten sind kurzfristige Gegenbewegungen typisch.
Trotz der Gegenbewegung liegt der Kospi Index noch rund 38 % unter seinem Rekordhoch vom Juni. Es gibt auch bereits wieder positive Signale. So wuchs Südkoreas Wirtschaft im dritten Quartal stärker als erwartet.
Südkoreas Exporte sind derzeit außergewöhnlich stark. Die aktuellen Zahlen für September 2026 bestätigen das.
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Gesamtexporte: 120,9 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 83,5 % gegenüber September 2025.
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Halbleiterexporte: 60,3 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg um 262,8 %.
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Exporte ohne Halbleiter: ebenfalls ein Plus von 23 %.
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Jänner bis September: 814,5 Milliarden US-Dollar, bereits mehr als im gesamten Jahr 2025.
Das geht aus den offiziellen Exportdaten der südkoreanischen Regierung hervor. Der Aufschwung beschränkt sich nicht auf Speicherchips. Auch die Exporte ohne Halbleiter stiegen um 23 %. Der Schiffbau verzeichnete ein Plus von 29,9 %, die Kosmetikindustrie von 31,4 %. Von Jänner bis September summierten sich die Ausfuhren auf 814,5 Milliarden US-Dollar und übertrafen damit bereits den bisherigen Jahresrekord von 2025. Das geht aus den offiziellen Exportdaten des südkoreanischen Handelsministeriums hervor. Sollte allerdings die weltweite KI-Nachfrage nachlassen, könnte sich das Wachstum deutlich abschwächen. Davor warnt auch die Bank of Korea.
Kospi Index: Das Wichtigste in Kürze
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- Kursentwicklung: Seit dem Rekordhoch im Juni hat der südkoreanische Leitindex rund 38 % verloren.
- Drei ETFs: Franklin FTSE Korea, Xtrackers MSCI Korea und iShares MSCI Korea ermöglichen Investments in südkoreanische Aktien.
- Drei Einzelaktien: Samsung Electronics, SK Hynix und Hyundai Motor stehen bei verschiedenen Analysten auf den Kauflisten.
- Wachstumstreiber: Halbleiter, KI-Infrastruktur, Schiffbau und Exporte bleiben wichtige Stützen der südkoreanischen Wirtschaft.
Wer nach dem Kurssturz des Kospi-Index von den langfristigen Wachstumsperspektiven Südkoreas profitieren möchte, kann sowohl einzelne Aktien kaufen oder ETFs, die eine bereite Streuung ermöglichen. Allerdings dominieren auch hier wenige große Technologiekonzerne.
Drei ETFs für ein Investment in Südkorea
Franklin FTSE Korea UCITS ETF: Der ETF von Franklin Templeton (ISIN: IE00BHZRR030) bildet den FTSE Korea 30/18 Capped Index ab und investiert in rund 150 südkoreanische Unternehmen. Samsung Electronics und SK Hynix gehören zu den größten Positionen. Mit laufenden Kosten von lediglich 0,09 % jährlich ist er eine besonders günstige Möglichkeit, in den südkoreanischen Aktienmarkt zu investieren. Die Erträge werden wiederangelegt.
Xtrackers MSCI Korea UCITS ETF 1C: Der ETF von DWS (ISIN: LU0292100046) orientiert sich am MSCI Korea 20/35 Custom Index. Neben Technologiekonzernen umfasst er unter anderem Unternehmen aus dem Finanz- und Industriesektor. Die jährlichen Kosten betragen 0,45 %. Auch dieser ETF ist thesaurierend.
iShares MSCI Korea UCITS ETF: Der Fonds von BlackRock (ISIN: IE00B5W4TY14) bildet den MSCI Korea 20/35 Index nach. Seine größten Positionen überschneiden sich stark mit jenen der beiden anderen ETFs. Mit laufenden Kosten von 0,65 % jährlich ist er allerdings teurer.
Alle drei ETFs investieren in den südkoreanischen Aktienmarkt, bilden aber nicht unmittelbar den Kospi Index ab. Da sich ihre größten Positionen stark überschneiden, bringt der gleichzeitige Kauf aller drei Produkte kaum zusätzliche Diversifikation.
Drei südkoreanische Aktien mit Kaufempfehlungen
Wer gezielt auf einzelne Unternehmen setzen möchte, findet vor allem in der Halbleiterindustrie interessante Wachstumsperspektiven. Aber auch außerhalb des Technologiesektors gibt es Aktien, die von Analysten positiv beurteilt werden.
Samsung Electronics: Breite Aufstellung als Stärke
Samsung Electronics (ISIN: KR7005930003) zählt zu den größten Technologiekonzernen der Welt. Neben Smartphones und Unterhaltungselektronik produziert das Unternehmen Speicherchips und weitere Halbleiterkomponenten. Besonders die steigende Nachfrage nach Hochleistungsspeichern für KI-Rechenzentren eröffnet Wachstumsmöglichkeiten. Samsung arbeitet daran, seine Position im Markt für HBM-Speicher auszubauen.
Die Investmentbank HSBC hatte im August ihre Kaufempfehlung bekräftigt und auf die steigende Nachfrage nach KI-Speicherlösungen verwiesen. Allerdings bleibt die Profitabilität stark von den Preisen für Speicherchips und der Wettbewerbsposition gegenüber SK Hynix abhängig.
SK Hynix: Besonders stark im KI-Geschäft
SK Hynix (ISIN: KR7000660001) zählt zu den führenden Herstellern von HBM-Speichern, die in leistungsfähigen KI-Prozessoren eingesetzt werden. Damit profitiert das Unternehmen unmittelbar vom Ausbau der weltweiten KI-Infrastruktur. HSBC bezeichnete SK Hynix im August als bevorzugten Titel unter den beiden großen südkoreanischen Speicherchipherstellern. Auch die Analystenkonsensdaten zeigen eine überwiegend positive Einschätzung.
Die starke Spezialisierung bietet erhebliches Gewinnpotenzial, erhöht aber zugleich die Abhängigkeit vom Investitionszyklus der KI-Industrie. Sollten große Technologiekonzerne ihre Ausgaben für Rechenzentren reduzieren, könnte sich dies deutlich auf die Gewinne auswirken.
Hyundai Motor: Alternative zu Halbleiteraktien
Hyundai Motor (ISIN: KR7005380001) bietet eine Möglichkeit, außerhalb des Technologiesektors in Südkorea zu investieren. Der Automobilhersteller verfügt über eine starke internationale Marktposition und investiert in Hybrid- und Elektrofahrzeuge sowie autonomes Fahren.
Laut Analystenübersicht von Investing.com bestätigten JPMorgan im Oktober sowie Citi und Nomura im September ihre Kaufempfehlungen. Allerdings wurden die Kursziele teilweise gesenkt. Chancen ergeben sich aus einer Verbesserung der Profitabilität und neuen Technologien. Risiken bestehen durch den intensiven Wettbewerb, mögliche Handelszölle und eine schwächere Automobilnachfrage.
Kospi Index: Ist jetzt ein guter Einstiegszeitpunkt?
Was Anleger, die einen Einstieg überlegen, beachten sollten: Für Unsicherheit sorgt vor allem die Abhängigkeit vom KI-Boom. Sollten die großen US-Technologiekonzerne ihre Investitionen in Rechenzentren reduzieren, könnte sich dies unmittelbar auf die Nachfrage nach südkoreanischen Speicherchips auswirken. Auch vermeintlich günstige Bewertungen sind mit Vorsicht zu betrachten. Sinken die Gewinnerwartungen der Unternehmen, kann eine Aktie trotz erheblicher Kursverluste weiterhin teuer sein.
Für Anleger könnte es daher ratsam sein, zunächst abzuwarten, bis sich der Kospi Index stabilisiert und die Gewinnperspektiven der großen Halbleiterhersteller klarer werden. Hinweise auf eine nachhaltigere Erholung wären mehrere Wochen ohne neue Tiefststände, eine breitere Beteiligung anderer Branchen an Kursgewinnen und stabile oder steigende Gewinnprognosen.
Fazit
Südkorea bleibt dank seiner starken Technologie- und Exportindustrie ein interessanter Aktienmarkt. Nach dem massiven Kursrückgang ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass weitere Verluste folgen. Für Anleger, die auf den Kospi Index setzen möchten, könnte Geduld derzeit die bessere Strategie sein. Die vorgestellten ETFs und Einzelaktien bieten sich zunächst als Kandidaten für eine Beobachtungsliste an.
Autoren: Roman Steinbauer, Anneliese Proissl
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