35 Jahre ATX: Österreichs Leitindex feiert Jubiläum und setzt seine Rekord fort

Wien, 13. Mai 2026 – Der österreichische Leitindex ATX begeht sein Jubiläum: 35 Jahre ATX stehen für die Erfolgsgeschichte am heimischen Kapitalmarkt. Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse AG (in Bild Mitte) Andrea Herrmann, Finanzvorständin und Petr Koblic, Vorstand der Börse Prag und Vorstandsmitglied in der Gruppe, lassen die Zeit Revue passieren.

Seit seinem Start im Jahr 1991 hat sich der Index zu einem international anerkannten Barometer für die Entwicklung der größten börsennotierten Unternehmen Österreichs entwickelt. Anlegerinnen und Anleger, die seit Beginn investiert sind, profitieren heute von einer nahezu Verfünfzehnfachung ihres Kapitals – getragen von einer langfristigen Durchschnittsrendite von 7,95 % inklusive Dividenden.

Während der ATX Kursindex erst Ende 2025 sein früheres Hoch aus 2007 übertroffen hat, markiert der ATX Total Return bereits seit über fünf Jahren neue Bestmarken. Das Jubiläum „35 Jahre ATX“ unterstreicht damit auch die Bedeutung der Dividendenkultur in Österreich.

Infographik 35 Jahre ATX

 

Dividenden prägen 35 Jahre ATX – und bleiben der wichtigste Renditetreiber

„Die reine Kursentwicklung zeigt nur einen Teil der Wahrheit“, erklärt Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse AG. Gerade im Rückblick auf 35 Jahre ATX werde sichtbar, wie stark Dividenden zur Gesamtrendite beitragen. Wer sie ausblendet, unterschätzt die Performance des österreichischen Aktienmarkts systematisch.

Mit einer erwarteten Dividendenrendite von rund 4 % für 2026 zählt der ATX weiterhin zu den attraktivsten Dividendenmärkten weltweit. Im Vergleich:

  • mehr als dreimal so hoch wie im S&P 500
  • mehr als doppelt so hoch wie im MSCI World
  • rund ein Drittel höher als im DAX

Damit bestätigt das Jubiläumsjahr erneut: Dividenden sind das Herzstück der ATX‑Performance.

Dividenden im ATX Grafik.


Was den ATX seit 35 Jahren auszeichnet

Der ATX wird sowohl inklusive als auch exklusive Dividenden berechnet. Für die Aufnahme in den Leitindex zählen Handelsvolumen und Streubesitz‑Marktkapitalisierung. Die Zusammensetzung wird halbjährlich überprüft, die Berechnung erfolgt in Echtzeit nach einem transparenten Regelwerk.

Drei Unternehmen sind seit dem Start vor 35 Jahren durchgehend vertreten:

Die Branchenstruktur zeigt die wirtschaftliche DNA des ATX:

  • Finanzwesen: 48 %
  • Grundindustrie: 30 %
  • Industriegüter & Services: 9 %
  • Versorger: 7 %

Damit bildet der ATX jene Sektoren ab, die Österreichs Wirtschaft seit Jahrzehnten prägen.

 Warum das Jubiläum „35 Jahre ATX“ ein starkes Signal für Anleger ist

Das Jubiläumsjahr fällt in eine Phase, in der der österreichische Aktienmarkt international wieder stärker wahrgenommen wird. Gründe dafür:

  • robuste Dividendenqualität
  • solide Unternehmensgewinne
  • attraktive Bewertungen
  • steigende internationale Investorenpräsenz

35 Jahre ATX zeigen damit nicht nur historische Stärke, sondern auch Zukunftspotenzial.

 

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Agrana nach Verlustjahr wieder auf Kurs

12.5.2026

Hoher Verlust trotz solider operativer Entwicklung

Agrana verzeichnete im per 28. Februar abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 einen hohen Verlust. Die operative Geschäftsentwicklung sei aber trotz der schwierigen Rahmenbedingungen solide gewesen, so CEO Stephan Büttner bei der Bilanzpressekonferenz. Bessere Ergebnisse habe der nach wie vor stark negative Zuckerbereich verhindert, weitere Restrukturierungs-Sondereffekte im Zuckergeschäft, darunter Sozialaufwände im Zusammenhang mit der Schließung von Standorten, Impairments bei Sachanlagen in Rumänien und Ungarn sowie Rückstellungen für Prozessrisiken hätten letztlich zum negativen Konzernergebnis geführt.

Kritik an politischen Rahmenbedingungen und Marktverzerrungen

Kritik äußerte Büttner in diesem Zusammenhang an den politischen Rahmenbedingungen: Zollfrei importierter ukrainischer Zucker „ist in unsere Märkte gegangen“, dabei handle es sich um „enorme Zahlen, die der Konzern verdauen muss“. Und: „Keiner braucht hier in Europa 100.000 Tonnen Zucker aus der Ukraine.“ Auch Mercosur sei ein Thema, es gehe um „faire, vergleichbare Bedingungen“, aber auch um Versorgungssicherheit. Agrana sei hier auf eine Marktpreiserholung angewiesen, Büttner ist jedoch optimistisch, dass sich diese einstellen werde.

Umgesetzte Maßnahmen und Stabilisierung des Zuckerbereichs

Agrana habe im vergangenen Geschäftsjahr viele Maßnahmen umgesetzt und befinde sich „auf Kurs“, so Büttner. Mit der Einstellung der Zuckerproduktion an den Standorten Leopoldsdorf in Niederösterreich und Hrusovany in Tschechien habe man die Stabilität und Nachhaltigkeit der Zuckerproduktion innerhalb der Gruppe gesichert. Ein neuer Dreijahresvertrag mit den Rübenbauern in Österreich gebe diesen Planungssicherheit und sichere den Standort Tulln ab; man habe eine gute Lösung sowohl im Interesse der Landwirte als auch der Konkurrenzfähigkeit von Agrana erzielen können, so Büttner.

Investitionen in Food & Beverage Solutions und strategische Zukäufe

Investiert wurde 2025/26 vor allem im Bereich „Food & Beverage Solutions“ – fast zwei Drittel der gesamten Investitionen in Höhe von knapp 103 Millionen Euro stammten aus diesem Bereich. Von RWA (Raiffeisen Ware Austria) wurden deren Anteile an der Austria Juice GmbH erworben, zur Expansion im wachsenden Food-Service-Geschäft soll die Akquisition der slowenischen Mercator-Emba beitragen. Für heuer sei eine leichte Ausweitung der Investitionen geplant, diese werden aber weiterhin unter dem Abschreibungsniveau bleiben, so COO Franz Ennser.

Einsparungsziele und Fortschritte bei Agrana Next Level

„Auf sehr gutem Weg“ sei man, die Ebit-wirksamen Einsparungsziele zu erreichen, betonte Büttner. Die Maßnahmen im Rahmen der Konzernstrategie „Agrana Next Level“ sollen sich „im Ergebnis wiederfinden“. Nach 80 Millionen Euro im Vorjahr seien heuer 100 Millionen Euro und 2028/29 dann 130 Millionen Euro Einsparungen vorgesehen.

Agrana-Ausblick: Deutliche Ebit-Verbesserung erwartet

Im Gesamtjahr will Agrana das Ebit sehr deutlich verbessern, was allerdings nicht schwer sei. Es sei nämlich nicht wieder mit „außerordentlichen Aufwendungen in astronomischer Höhe“ zu rechnen. Verbesserungen erwartet Büttner in den Bereichen Stärke und Zucker, bei „Food & Beverage Solutions“ werde es „ernteabhängig“ zu einem moderaten Ebit-Rückgang kommen.

Auswirkungen des Iran-Krieges und erwartete Kostensteigerungen

Unmittelbare Auswirkungen des Iran-Krieges habe es im heurigen ersten Quartal noch nicht gegeben, Büttner rechnet aber mit Kostensteigerungen bei Transport, Chemikalien (insbesondere Düngemitteln) sowie Energie, die man weiterreichen müsse.

Der Hauptversammlung wird trotz des Verlustes eine Dividende von 35 Cent/Aktie (Vorjahr: 70 Cent) vorgeschlagen. Man bekenne sich damit zu einer berechenbaren, zuverlässigen und transparenten Dividendenpolitik, der Gesamtaufwand von rund 21 Millionen Euro sei im Verhältnis zum erwirtschafteten Free Cashflow von 127 Millionen Euro zu sehen, betonte Büttner.

Autor: Marius Perger
Im Bild: Börsen-Kurier/mp

Ökostrom Tarife in Österreich 2026: Preise, Kostenstruktur & Sparpotenzial für Haushalte

Warum Ökostrom‑Tarife 2026 besonders relevant sind

Ökostrom bleibt in Österreich ein zentraler Bestandteil der Energiewende – doch für Haushalte zählt vor allem eines: Was kostet der Strom tatsächlich? Da sich die Energiepreise der Anbieter stark unterscheiden, lohnt sich ein genauer Blick auf die aktuellen Tarife, die Preisstruktur und die Einsparpotenziale. Dieser Artikel zeigt, wie sich Ökostrom‑Tarife zusammensetzen, welche Kosten 2026 realistisch sind und wo Haushalte am meisten sparen können.

Ökostrom Tarif Österreich 2026

Ein durchschnittlicher Haushalt in Österreich mit einem Jahresverbrauch von rund 3.500 kWh zahlt derzeit – inklusive Netzentgelten, Steuern und Abgaben – zwischen 23 und 35 Cent pro Kilowattstunde. Der Durchschnittspreis liegt damit bei etwa 29 Cent pro kWh (Stand: April 2026).

Diese Werte gelten unabhängig davon, ob Haushalte Ökostrom oder konventionellen Strom beziehen – entscheidend ist der Energiepreis des jeweiligen Lieferanten.

Wie setzt sich ein Ökostrom‑Tarif zusammen?

Der Strompreis besteht aus drei Hauptkomponenten:

  • Netzkosten – regional festgelegt, nicht beeinflussbar
  • Steuern und Abgaben – gesetzlich geregelt
  • Energiepreis des Stromlieferanten – hier entstehen die größten Unterschiede

Während Netzkosten und Abgaben für alle Haushalte einer Region gleich sind, variiert der Energiepreis je nach Anbieter erheblich.

Warum unterscheiden sich Ökostrom‑Tarife so stark?

Laut E‑Control unterscheiden sich die Energiepreise der Anbieter um bis zu 60 %. Das bedeutet: Der Lieferantenwechsel ist der stärkste Hebel, um die eigenen Stromkosten zu reduzieren – auch bei Ökostrom.

Gründe für die Unterschiede:

  • verschiedene Beschaffungsstrategien
  • unterschiedliche Tarifmodelle
  • variierende Preisgarantien
  • regionale Angebote
  • Neukundenaktionen

Durchschnittliche Strompreise in Österreich 2026

  • Preisbandbreite: 23–35 Cent/kWh
  • Durchschnitt: 29 Cent/kWh
  • Verbrauchsgrundlage: 3.500 kWh/Jahr
  • Datenstand: April 2026

Diese Werte dienen als Orientierung für Haushalte, die ihren Tarif überprüfen oder wechseln möchten.

Beispielrechnung: Wie viel kann ein Haushalt sparen?

Ein Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch zahlt bei einem Tarif von 29 Cent/kWh rund:

1.015 Euro pro Jahr

Bei einem günstigeren Anbieter mit 23 Cent/kWh wären es:

805 Euro pro Jahr

Ersparnis: über 200 Euro jährlich

Diese Differenz entsteht ausschließlich durch den Energiepreis – die Netzkosten bleiben gleich.

Wie finden Haushalte den günstigsten Ökostrom‑Tarif?

Worauf beim Tarifvergleich zu achten ist:

  • kWh‑Preis der Energie
  • Vertragslaufzeit und Bindung
  • Preisgarantien
  • Herkunftsnachweise für echten Ökostrom
  • mögliche Neukundenboni
  • jährliche Gesamtkosten statt nur Grundgebühr

Ein regelmäßiger Vergleich – idealerweise einmal pro Jahr – lohnt sich finanziell fast immer.

Fazit: Ökostrom lohnt sich – aber nur mit dem richtigen Tarif

Ökostrom‑Tarife in Österreich unterscheiden sich 2026 deutlich stärker, als viele Haushalte vermuten. Während Netzkosten und Abgaben fix sind, variiert der Energiepreis je nach Anbieter um bis zu 60 %. Wer seinen Tarif regelmäßig überprüft und bei Bedarf wechselt, kann mehrere hundert Euro pro Jahr sparen – ohne auf nachhaltige Energie verzichten zu müssen.

 

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