Turnaround-Aktien im ATX 2026: Rosenbauer, AT&S, Semperit im Check
Große Gewinnchancen nach Sparprogrammen und operativen Verbesserungen.
(30.04.2026). Turnaround-Aktien versprechen hohe Gewinne – aber auch Risiken
Was sind Turnaround-Aktien? Chancen und Risiken
Turnaround-Aktien üben auf Investoren seit jeher einen besonderen Reiz aus. Denn dabei handelt es sind Unternehmen, die nach einer Phase schwacher Geschäftsentwicklung oder Verluste wieder auf einen Wachstumskurs einschwenken. Auslöser sind häufig Restrukturierungen, Kostensenkungen oder strategische Neuausrichtungen.
Für Anleger sind solche Aktien besonders interessant, da sie oft noch niedrig bewertet sind und bei erfolgreicher Wende überdurchschnittliche Kursgewinne ermöglichen. Gleichzeitig ist das Risiko hoch: Verzögert sich die Erholung oder bleibt sie aus, drohen weitere Kursverluste.
Wichtige Indikatoren für einen gelungenen Turnaround sind eine nachhaltig verbesserte Kostenbasis, steigende Margen, ein wachsender Auftragsbestand sowie erste sichtbare Ergebnisverbesserungen in den Quartalszahlen. Entscheidend ist, ob die Wende bereits in den Zahlen erkennbar ist oder noch hauptsächlich auf Erwartungen basiert.
Das Chance-Risiko-Profil ist jedoch zweischneidig: Während hohe Gewinne locken, sind mögliche Kursverluste bei länger als erwarteter Durststrecke ebenfalls realistisch.
Woran erkennt man einen echten Turnaround?
- steigendes EBIT
- sinkende Kostenbasis
- positive Quartalszahlen
Rosenbauer: Vorbildlicher Turnaround
Wie ein gelungener Turnaround aussehen kann, zeigt Rosenbauer. Der Feuerwehrausrüster steigerte 2025 den Umsatz um 9,4 % auf 1,43 Milliarden Euro und erhöhte das Ebit von 64,9 auf 84,5 Millionen Euro. Effizienzmaßnahmen wirkten sich dabei spürbar positiv aus.
Ein hoher Auftragsbestand sollte weiteres Wachstum ermöglichen. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstand einen Umsatz von rund 1,6 Milliarden Euro sowie eine Ebit-Marge von 6 %.
AT&S: Turnaround-Aktie mit Wachstumspotenzial
AT&S zählt zu den aktuell spannendsten Turnaround-Stories an der Wiener Börse. Dank intensivierter Kosten- und Effizienzprogramme drehte der Leiterplatten- und IC-Substrat-Hersteller im Geschäftsjahr 2024/25 das Konzernergebnis von -37 auf +90 Millionen Euro. Gleichzeitig stieg das Ebit von 31 auf 277 Millionen Euro.
In der Aussendung zum dritten Quartal 2025/26 war bereits von einer um 120 Millionen Euro reduzierten Kostenbasis im Vorjahr sowie weiteren nachhaltigen Einsparungen von mindestens 160 Millionen Euro die Rede. Im dritten Quartal 2025/26 drehte das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal von -32,6 auf +24,2 Millionen Euro.
Parallel dazu arbeitet AT&S seit Jahren an Glassubstraten für die nächste Generation moderner Mikrochip-Packages. Mit Kernkompetenzen bei Through-Glass-Vias, fortschrittlicher Kupferstrukturierung und panelbasierter Fertigung adressiert das Unternehmen Zukunftsfelder wie KI, High Performance Computing, Hochgeschwindigkeitskommunikation und Photonik.
Analysten rechnen für die Geschäftsjahre 2026/27 und 2027/28 mit kräftigen Ertragssprüngen.
Semperit: Übernahmefantasie und operative Verbesserung
Semperit befindet sich bereits in einer späten Phase der Wende und erhielt zuletzt ein überraschendes Übernahmeangebot der Mehrheitsaktionärin B&C Holding Österreich (15 E je Aktie).
Nach dem Verlustjahr 2023 und der deutlichen Erholung 2024 blieb 2025 trotz schwieriger Märkte ein kleiner Nettogewinn von 0,4 Millionen Euro. Das Ebitda ging um 6,4 % auf 79,5 Millionen Euro zurück.
Die Ertragssituation verbesserte sich jedoch in der zweiten Jahreshälfte 2025 deutlich: Strategische Fokussierung, Vertriebsinitiativen und Kosteneinsparungen von 6 Millionen Euro führten dazu, dass die Ebitda-Marge vom ersten auf das zweite Halbjahr 2025 von 9,6 auf 14,3 % anstieg.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Vorstand bei einem Umsatzwachstum im höheren einstelligen Prozentbereich mit einem Anstieg des operativen Ebitda (vor Projektkosten für das Digitalisierungsprojekt oneERP) von 83,6 auf rund 95 Millionen Euro.
Laut Schätzungskonsens von MarketScreener wird für 2026 ein Gewinnsprung von 0,02 auf etwa 0,99 Euro je Aktie erwartet, mit einem weiteren Anstieg auf 1,73 Euro je Aktie bis 2028.
Fazit: Turnaround-Aktien bieten Chancen – aber nicht ohne Risiko
Börsen bieten immer wieder Sorgenkinder mit neuer Ertragsdynamik. Anleger sollten jedoch genau unterscheiden, ob die Wende bereits in den Zahlen sichtbar ist oder noch vor allem auf Erwartungen beruht.
Börsen bieten auch immer wieder Sorgenkinder mit neuer Ertragsdynamik. Anleger sollten jedoch genau unterscheiden, ob die Wende bereits in den Zahlen sichtbar ist oder noch vor allem auf Erwartungen beruht.
Autor: Michael Kordovsky
Foto: AT&S
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